Feuerwehren informieren sich über neuen Leistungsvergleich

In den zurückliegenden Monaten hat ein Arbeitskreis aus Vertretern des Innenministeriums, des Landesfeuerwehrverbandes (LFV), der Feuerwehrunfallkasse und der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz die Bestimmungen für einen neuen Leistungsvergleich erarbeitet. Michael Möller, der als Vertreter der LFV-Bezirksebene Hannover im Arbeitskreis mitwirkt, stellte diese nun interessierten Schaumburger Feuerwehr vor.

Im großen Sitzungssaal des Kreishauses hatten sich mehr als 60 Interessierte versammelt. Michael Möller stellte ihnen den letzten Entwurf der Bestimmungen detailliert vor. Mit den bisherigen Leistungswettbewerben gibt es kaum noch Ähnlichkeiten.

Bis dato bestand der Wettbewerb aus eine Einsatzübung, bei der innerhalb von zehn Minuten von einer aus neun Feuerwehrleuten bestehenden Gruppe ein vorgegebener Auftrag ausgeführt werden musste. Einzelne Bestandteile der Übung waren als Zeittakte ausgelegt, die so schnell wie möglich ausgeführt werden mussten. Nach Abschluss der Übung hatten die Teilnehmer noch Sonderaufgaben zu erfüllen.

Der neue Leistungsvergleich ist modular aufgebaut. Auf Kreisebene besteht der Vergleich beispielsweise aus drei Modulen. Auf Regional- oder Landesebene sind von den Teilnehmern vier oder fünf Module zu absolvieren. Die Module unterscheiden sich durch verschiedene Schwierigkeitsgrade.

Ging es bei den bisherigen Wettbewerben hauptsächlich um Schnelligkeit, so steht jetzt die Zielerreichung und die Einhaltung der Dienst- und Unfallverhütungsvorschriften im Fokus. Zeitlimits sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Vergleichs. Zeittakte gibt es weiterhin, jedoch zählt nicht mehr jede einzelne Sekunde. Die Zeittakte sind gestaffelt und je nachdem, welche Zeit benötigt wird, gibt es Punktabzug.

Eine weitere große Neuerung ist, dass nun auch schon mit einer Löschstaffel, diese besteht aus sechs Feuerwehrleuten, teilgenommen werden kann.

Bisher wurden drei Module in die Bestimmungen aufgenommen. Das erste Modul ist die Bekämpfung eines Kleinbrandes. Die Gruppe oder Staffel hat dazu ein Rohr vorzunehmen, die Wasserversorgung aus einem Hydranten aufzubauen und den Verkehr zu sichern. Als Zeittakt gilt es, einen Schlauch auszuwechseln. Die Zeitvorgabe beträgt vier Minuten.

Beim zweiten Modul muss eine Saugleitung für die Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer trocken aufgebaut werden. Mit einem Buzzer startet und stoppt das Team die Zeitnahme.

Das dritte Modul verspricht viel Spannung für die Zuschauer. Der Maschinist muss mit seinem Feuerwehrfahrzeug innerhalb von drei Minuten einen Parcours befahren. Zunächst überfährt er fünf versetzt angeordnete Schlauchbrücken, biegt dann in eine mit Verkehrsleitkegeln markierte Gasse ein um dann mit den Vorderrädern zwischen zwei Linien zu stoppen. Anschließend geht es mit Einweiser rückwärts durch die Gasse. Zum Abschluss muss er sein Fahrzeug rückwärts einparken. Dabei sollte das hinterste Ende des Fahrzeugs idealerweise 20 bis 30 cm vor der Markierung zum Stehen kommen. Steht es dichter an oder weiter entfernt von der Markierung gibt es Abzüge. Wobei zu dicht an der Markierung wegen der Unfallgefahr mit größeren Abzügen bewertet wird.

Nach der theoretischen Einweisung in die neuen Bestimmungen demonstrierte die Feuerwehr Hattendorf die Fahrübung auf dem Parkplatz vor dem Kreishaus. Wegen der eisigen Temperaturen wurde auf die Demonstration weiterer Module verzichtet.

Dieses Jahr soll dazu genutzt werden, den neuen Leistungsvergleich in der Praxis zu erproben. Der nächste Leistungsvergleich auf Kreisebene findet daher in 2019 statt.