Zusammenarbeit auf dem Prüfstand

Verkehrsunfall mit mehreren verletzten und eingeklemmten Personen lautete die Einsatzmeldung am vergangenen Montag Abend um 19:30 Uhr.

Jedoch handelte es sich hierbei um ein Übungsscenario.

Diese hatten der Lindhorster Feuerwehrmann Christian Harmening gemeinsam mit dem stelvertredenden Gemeindebrandmeister Benjamin Heine aus Lüdersfeld im Vorfeld gemeinsam ausgearbeitet.

Das Übungsgelände befand sich auf dem Grundstück der Raifeisen Genossenschaft an der Schöttlinger Straße in Lindhorst.

Hier war es zu einem Verkehrsunfall nach einem heftigen Sturm gekommen, zwei PKW waren unter mehreren umgestürzen Büme verschüttet.

In den PKW`s befanden sich noch eingeklemmte, zum Teil schwerverletzte Personen. Auch außerhalb der Fahrzeuge befanden sich verletzte und unter Schock stehende Personen.

Dazu kam noch, daß einer der PKW ein Anhänger mit einem gefährlichen Stoff geladen hat, welches die Abarbeitung der Einsatzlage noch anspruchsvoller zugleich aber auch schwieriger gestalltete.

Einsatzleiter Dennis Pörtge war mit dem neuen Einsatzleitfahrzeug der Samtgemeinde Lindhorst als erstes an der Einsatzstelle, nach einer schnellen Sichtung und Einschätzung an Hand einer sogenannten Gefahrenmatrix, welches sich Einsatzleiter der Feuerwehren zur Hilfe nehmen, wurde nun die Gesammtlage beurteilt und umgehend Einsatzabschnitte gebildet. Dieses gewähleistet bei größeren Lagen eine professionellere sowie schnellere und zielführende Abarbeitung.

Zunächst musste herausgefunden werden um welche Art von Gefahrstoff es sich handelt und welche Gefahren für die Einsatzkräfte und für die zivillen Beteiligten sowie für die Anwohner ausgehen.

Sind ggf weitere Einsatzkräfte , speziell Umweltschutzeinheiten etc erforderlich oder reichen die eigen Kräfte aus , bei dieser Art von Einschätzung spricht man in der Feuerwehr von Beurteilung der eigen Lage ( Einsatzmitttel und Kräfte )

Als nun bekannt war um welchen Gefahrstofff es sich handelt konnte mit der Rettung der Personen begonnen werden.

Zuerst war es erforderlich größere Äste mitttels Motorkettensäge die sich zum Teil auf den PKW befanden zu zersägen und diese zu entfernen um sich Zugang zu den eingeklemmten Perosoen zu verschaffen.

Ist dieses gelungen kamen weitere technische Geräte nämlich hydraulische Rettungsschere und Spreitzer zum Einsatz um zügig das Dach des PKW zu entfernen um im Anschluß die verletzen Personen fachgerecht mittels sogennannten Spineboard zu befreien und an die Einsatzkräfte vom Deuschen Roten Kreuz zu übergeben.

Zusätzliche zum Einsatzabschnitt technischer Rettung wurde der Abschnitt Gefahrguteinsatz gebildet. Hier kümmerten sich Angrifsstrupps mit spezieller Schutzkleidung umgehend um  das Leck in dem Tank aus welchem der Gefahrstoff austrat, führte mittels Multivarngerät Messungen in der Nähe des Gefahrstoff durch und sicherte den Gefahrenbereich ab.

Ein weiterer Abschnitt war die Verletztensammelstelle, hierher wurden die geretteten Personen verbracht und nach einer Sichtung sowie medzinischer Beurteilung und Versorgung durch Fachkräfte des Deustchen Roten Kreuz in mögliche Krankenhäuser transportiert

Reflektierend kann man sagen war es schon eine Einsatzübung, welche  alle Einsatzkräfte speziell die Einheitsführer an ihre Grenzen führte, dennoch wurde die Lage professionell und mit dem nötigen Geschick abgearbeitet.

Dieses setzt eine im Vorfeld über Jahre gezielte und strukturierte Ausbildung jedes einzelnen Feuerwehrmitglied vorraus.

Auch muss man an dieser Stelle erwähnen, im Zuge der Fusionen einiger Feuerwehren erfordet es ein Umdenken .

Die Feuerwehren der Samtgemeinde Lindhorst können, eine wie oben beschriebene Einsatzlage nur gemeinsam bewältigen in dem alle Kräfte nach den selben Standarteinsatzregeln arbeiten und die Strukturen in der Ausbildung in den einzelnen Ortsfeuerwehren parallel verlaufen.

In der Samtgemeinde Lindhorst werden daher vermehrt gemeinsame Übungen und Ausbildungsdienste mit den einzelnen Ortsfeuerwehren durchgeführt um einer gemeinsamen Linie treu zu bleiben und gleichermaßen den Zusammenhalt sowie die Kameradschaft zu festigen

An der Übung beteilligt waren die Ortsfeuerwehren aus Lindhorst, Beckedorf, Lüdersfeld-Vornhagen und Heuerßen.

Unterstütz wurden sie von Einsatzkräften des DRK Ortsverein aus Sachsenhagen.

Insgesammt waren 60 Einsatzkräfte vor ort.

Text/Bild: I. Beyer, Pressewart SG Lindhorst