Lagerhallenbrand in einer Industriefirma stellt sich als unangekündigte Alarmübung heraus

Erneut ertönten die digitalen Meldeempfänger der Ortsfeuerwehren Bergdorf, Müsingen, Scheie, Bückeburg-Stadt und der ELW-Gruppe der Stadtfeuerwehr.

Mit der Meldung „B2-D Feuer Lagerhalle“ wurden die Einsatzkräfte am frühen Donnerstagabend in die Scheier Straße zu einer Industriefirma alarmiert.

Was die Ehrenamtlichen bis dahin nicht wussten, es handelte sich hierbei um eine unangekündigte Alarmübung, welche durch die Übungsleitung Heiko Fernholz und Oliver Liese im Vorfeld ausgearbeitet wurde. Lediglich eine Handvoll Leute wussten über die geheime Alarmübung Bescheid und Schweigten bis zur Alarmierung.

Die Firma Precima stellte hierfür ein Gebäude zur Verfügung, welches in der kommenden Woche abgerissen werden soll.

Bei Eintreffen des diensthabenden Einsatzleiters Christian Rust, war eine deutliche Rauchentwicklung aus dem Gebäude sichtbar. Betriebsangehörige nahmen ihn in Empfang und meldeten noch weitere Personen im Gebäude, konnten jedoch keine genaue Anzahl der Vermissten nennen.

Da die Einsatzstelle sich in einem größeren Umfang befand, wurde der Löschzug Ost der Feuerwehr Bückeburg im Bereich des Verwaltungsgebäudes eingesetzt. Die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt wurde an der angrenzenden Lagerhalle eingesetzt.

Bei der weiteren Erkundung von Rust, stand eine Person im 3. Obergeschoss am Fenster aus dem dichter Rauch herausdrang und machte sich bemerkbar. Umgehend wurde mithilfe einer 4-teiliegen Steckleiter die Menschenrettung eingeleitet, hierzu musste die Einsatzkräfte jedoch auf ein Vordach gelangen um dann über die weitere Steckleiterteile ins 3.Obergeschoss zu gelangen. Mithilfe einer Leine und dem Rettungsbund, wurde die Person aus dem verqualmten Gebäude gerettet und auf dem Sammelplatz zur Versorgung gebracht.

Gleichzeit wurde durch den Angriffstrupp des mittleren Löschfahrzeuges (MLF) aus Scheie unter schwerem Atemschutz, die Brandbekämpfung mit einer Menschenrettung im Verwaltungsgebäude vorgenommen. Hier mussten Sie das Gebäude komplett Absuchen und den simulierten Brand löschen. Durch weitere Trupps unter schwerem Atemschutz, wurden die Geschosse nach und nach abgesucht, hier fanden sie insgesamt 4 Personen, hiervon ein Kind, welche aus dem Gebäude gerettet werden mussten. 

Schwierig gestaltete sich die Lage, da das Gebäude über zwei Treppenräume verfügt und nicht jedes Geschoss über ein Treppenraum erreicht werden konnte. So mussten die Trupps erst zum weiteren Treppenraum vordringen um in die weiteren Obergeschosse zu gelangen. Hinzu kommen die vielen Räume in den Geschossen, welche unterschiedlich groß waren und teilweise miteinander verbunden waren.

Dieses zeigte sich aufgrund des sehr großen Gebäudes schon als Kraftakt und vor allem werden bei der Größe einige Atemschutztrupps benötigt. Schon beim vorgehen der Trupps wurden im Gebäude Abluftöffnungen geschaffen, um die Sicht im Gebäude zu verbessern und das suchen nach Personen zu vereinfachen.

In der danebenstehenden Produktionshalle wurde durch die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt über einen weiteren Zugang die Brandbekämpfung vorgenommen. Der Angriffstrupp vom Löschgruppenfahrzeug 16/12 ging unter schwerem Atemschutz in die Lagerhalle und konnten das „Feuer“ im mittleren des Raumes löschen. Bei dem weiteren Absuchen des Raumes, fanden sie mit der Wärmebildkamera eine eingeklemmte Person unter einem großen Behälter. Diese wurde durch die Einsatzkräfte mit einfachen Hebemitteln befreit und gerettet.

Ein weiterer Trupp ging ebenfalls in die Lagerhalle vor und konnten ein weiteres „Feuer“ im hinteren Bereich lokalisieren und löschen. Bei der weiteren Erkundung fanden Sie noch eine Person im Aufenthaltsraum und brachten diese aus den Gebäude.

Die Drehleiter wurde auf dem Vorplatz zwischen dem Verwaltungskomplex und der Lagerhalle positionirt und wurde zur Unterstützung der Trupps im Innenangriff eingesetzt. So wurde von oben Abluftöffnungen geschaffen und die Brandbekämpfung von außen durchgeführt.

Im Anschluss wurde der gesamte Gebäude-Komplex vom Rauch, welcher mithilfe von mehreren Nebelmaschinen erzeugt wurde, befreit. Hierzu wurden insgesamt drei Überdruckbelüfter eingesetzt.

Durch die Einsatzkräfte der ELW-Gruppe wurde die Einsatzstelle in zwei Einsatzabschnitte aufgeteilt, Abschnitt 1: Verwaltungskomplex und Abschnitt 2: Lagerhalle, sowie die Einsatzkräfte koordiniert und der Einsatzleiter unterstützt. Würden im weiteren Einsatzverlauf noch Kräfte benötigt oder diverses organisiert werden müssen, so wäre dieses über den Einsatzleitwagen angefordert worden.

Nach rund 1,5 Stunden wurde die Übung durch die Übungsleitung beendet und in einer großen Runde besprochen.

Ein besonderer Dank geht an die Geschäftsführung, sowie dem Mitarbeiter der Firma Precima, welche das Gebäude freundlicherweise zur Verfügung gestellt habe und aktiv in der Übung mitgewirkt haben.

„Solche Übungsmöglichkeiten gäbe es heute nicht mehr so viele, darum seih man umso dankbarer das es in diesem Falle ermöglich wurde.“ so die Übungsleitung bei der Besprechung.

Nachdem gemeinsam aufgeräumt wurde, rückten die Einsatzkräfte wieder ein und konnten den Abend bei Ihren Familien oder Freunden ausklingen lassen.

Text/Bild: Feuerwehr Stadt Bückeburg