Umweltschutzeinheit

Die Umweltschutzeinheit des Landkreises Schaumburg ist die zentrale Einheit der Kreisfeuerwehr für Einsätze mit Gefahrstoffen. Ihre Aufgabe ist es, die örtlichen Feuerwehren im Landkreis bei Einsatzlagen mit chemischen, biologischen, radioaktiven oder nuklearen Gefahrstoffen (CBRN) zu unterstützen.

Die Umweltschutzeinheit besteht aus einem Messleitwagen als Führungskomponente sowie den 3 Teileinheiten:

- Gerätewagen-Gefahrgut - Zug (GW/G-Zug)

- Gerätewagen Atemschutz - Strahlenschutz (GW/AS)

-  ABC – Zug

Die Umweltschutzeinheit besteht aus Einsatzkräften aus dem gesamten Landkreis. Die Einsatztechnik ist dezentral im Landkreis bei mehreren Ortsfeuerwehren und an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stadthagen stationiert.

 

USE-Leitung

 

GWG-Zug     GW/AS     ABC-Zug

 (Für weitere Informationen zur Leitung und der jeweiligen Teileinheit klicken Sie bitte auf die Schrift) 

 

Die Umweltschutzeinheit des Landkreises Schaumburg besteht seit dem Jahr 2006. Drei Jahre nach den ersten Überlegungen und einer mehr als zweijährigen intensiven Vorbereitungsphase wurde die Umweltschutzeinheit des Landkreises Schaumburg gebildet.

Allerdings gab es bereits zuvor Einheiten für Gefahrstoffeinsätze. Hierbei handelte es sich um die drei heutigen Teileinheiten der Umweltschutzeinheit - GW/G-Zug,  GW/AS und ABC - Zug. Vor der Bildung der Umweltschutzeinheit stellte der ABC - Zug eine reine Katastrophenschutzeinheit dar.

Clemens Keich aus Obernkirchen leitete von der Gründung im Jahr 2006 bis März 2016 die Geschicke der Umweltschutzeinheit. Auf eigenen Wunsch legte er das Amt im März 2016 nieder. Im Rahmen der Verbandsversammlung im März 2016 ernannte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote Benjamin Heine aus Lüdersfeld zum neuen Leiter der Umweltschutzeinheit.

 

Ein kurzer Rückblick

Während des Kalten Krieges (1949 bis 1990) wurde bundesweit im Rahmen des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) sogenannte ABC - Züge für die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen aufgestellt. Überwiegend wurden die Einheiten durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, vereinzelt aber auch durch andere Hilfsorganisationen (DRK; DLRG etc.) gestellt.

Nach Ende des Kalten Krieges wurden diese Einheiten von Bundesseite aufgelöst und vieler Orts als Kreiseinheiten in den alten Strukturen weitergeführt.
Die ABC - Einheiten erhielten Anfang des neuen Jahrtausends teilweise moderne ABC - Erkundungskraftwagen und Dekontaminationsfahrzeuge. Leider wurden die Landkreise unterschiedlich berücksichtigt, so erhielt der Landkreis Schaumburg nur einen von zwei erforderlichen ABC – Erkundungskraftwagen. Seit dem Jahr 2015 ersetzt ein DEKON-P den bereits 2007 außer Dienst gestellten

Junge Männer konnten sich für den Dienst im ABC - Zug im Rahmen des Wehrersatzdienstes für mehrere Jahre verpflichten. Somit brauchten die Helfer keinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ableisten. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 fiel der Wehrersatzdienst weg.

Die Einheiten GW/G und GW/AS hatten ungefähr die gleiche Struktur wie heute.

Die ersten Überlegungen zur Bildung der Umweltschutzeinheit erfolgten Anfang 2003. Unter Leitung des damaligen stellv. Abschnittsleiters Süd Dirk Hahne wurde Ende 2003 ein Arbeitskreis gebildet, der die Bildung der Umweltschutzeinheit vorbereiten sollte.
Die Führung der neuen Kreiseinheit sowie die Leitung des ABC - Zuges wurden 2003 dem Kameraden Clemens Keich übertragen.

Das Ziel der Bildung der Umweltschutzeinheit sollte sein, ein Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Gefahrgutunfällen und sonstigen Einsätzen mit einer Gefährdung der Umwelt, unter Einbindung aller drei Gefahrguteinheiten des Landkreises. Die Bündelung der Kompetenzen, Techniken und Fähigkeiten sowie die aktive Einbindung des ABC - Zuges in die Gefahrenabwehr waren weitere Ziele.

Von Anfang an war klar, dass die Umweltschutzeinheit eine Ergänzung zur Ausstattung der Ortsfeuerwehren darstellen soll. Die Vorhaltung von Technik zur Gefahrenabwehr nach örtlichen Bedürfnissen, ist Aufgabe der Gemeinden. Die Umweltschutzeinheit soll ergänzend tätig werden bei größeren Lagen, wenn die vorgehaltene Technik für Erstmaßnahm nicht ausreicht.

Innerhalb eines Jahres wurde durch den Arbeitskreis ein entsprechendes Konzept für die Umweltschutzeinheit entwickelt. Hierbei wurde neben der Organisation und Struktur auch die erforderliche Ausstattung ermittelt. Des Weiteren wurden die Erfordernisse zur Einbindung der Umweltschutzeinheit in die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) ermittelt.

Im Jahr 2005 wurden große Schritte gemacht, alle bisher begonnen Maßnahmen betreffend Organisation, Struktur, Einbindung in AAO usw. wurden weiter voran getrieben und finalisiert. Die Planungsphase stand vor dem Abschluss.

Umfangreiche Ausbildungsmaßnahmen an neu beschaffter Messtechnik erfolgten für die Einsatzkräfte der Teileinheiten.
Diese Maßnahmen wurden umfangreich vorangetrieben, um 2006 die lange geplante Kreiseinheit in Dienst stellen zu können.

Der Arbeitskreis "Umweltschutzeinheit" unter Leitung des stellv. Abschnittsleiters Süd hat eine zeitaufwändige und umfangreiche Arbeit über zwei Jahre absolviert. Nun galt es das Konzept in die Praxis umzusetzen.