Bei Großschadenslagen eine verlässliche Unterstützung

Mitglieder der technischen Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr Schaumburg blickten zurück

Beim Jahrestreffen der technischen Einsatzleitung (TEL) der Kreisfeuerwehr Schaumburg im Feuerwehrhaus Meinsen-Warber-Achum blickten die 20 Mitglieder gemeinsam mit Ehemaligen und weiteren Gästen zurück und in die Zukunft.

Was nach der Waldbrandkatastrophe 1975 in der Lüneburger Heide als Lehre landesweit seinen Anfang nahm und für den Einsatzerfolg bei Großschadenslagen sogenannte technische Einsatzleitungen gegründet wurden, führte ihr Schaumburger Leiter Bernd Zimmermann den Anwesenden noch einmal vor Augen. Der diesjährige Jahrhundertsommer mit extremer Trockenheit sorgt noch immer in Teilen Deutschlands für Großbrände in den Wäldern.

Auch wenn Schaumburg davon verschont geblieben ist, so wäre man im Fall des Falles gut gerüstet gewesen. Das Team der TEL übe regelmäßig, um bei Großschadenslagen kompetente Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort bieten zu können.

Alle Mitglieder haben zudem hohe Führungslehrgänge absolviert und bringen durch ihre Einsatzerfahrung ein breites Fachwissen mit ein, welches auch durch Berater der Bundeswehr oder des THW erweitert wird.

Nach gut einem Jahr ohne Einsätze für die TEL wurde die Einheit im Juli 2018 gleich zweimal gefordert. Einmal, als am 13.7. in Nienstädt eine Industriehalle brannte und am 25.7., als in Hülshagen ein Hof brannte, führte Bernd Zimmermann die Einsätze auf.

Seit 2015 hatte er empfohlen, für Großschadenslagen eine Drohne zu beschaffen, dem der Landkreis Schaumburg nun nachgekommen ist und diese bei beiden Einsätzen und zwei Großübungen erfolgreiche Dienste leisten konnte.

Dezernentin Andrea Stüdemann, die auch den Dank und Grüße vom Landrat Jörg Farr überbrachte, zeigte sich von den technischen Möglichkeiten der Drohne beeindruckt, zumal man mit dieser modernen Technik sogar entlegene Glutnester dank integrierter Wärmebildkamera aufspüren könne.
Für künftige Beschaffungen stellte sie die gewünschten Polo-Shirts zum einheitlichen Auftreten der TEL für Sommer 2019 in Aussicht und erläuterte auch Überlegungen, wie die abgängigen Spezialfahrzeuge Gerätewagen Atemschutz Strahlenschutz und Gerätewagen Gefahrgut ersetzt werden könnten. So seien Beschaffungen von speziellen Abrollbehältern und Wechselladerfahrzeug geplant, die in einer erweiterten Feuerwehrtechnischen Zentrale gut platziert werden könnten.

Die Doppelbelastung, der sich die Mitglieder der TEL durch ihre Dienste in den heimischen Feuerwehren aussetzen, könne man nicht hoch genug anerkennen, betonte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.
2018 deutet bereits ein hohes Einsatzaufkommen für die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis an und das Jahr ist längst noch nicht am Ende. Da sei es gut, dass mit dem Ende Mai in Kraft getretenen Niedersächsischen Brandschutzgesetz etwas für die Feuerwehrmitglieder getan wurde. Die Altersgrenze wurde auf 67 Jahren angehoben, so dass Erfahrungen länger in den Reihen der Aktiven erhalten bleiben können und nicht mit Anfang 60 zu einem Wissensverlust führen muss.
Die verbesserte Absicherung der Einsatzkräfte und deren Hinterbliebenen nach einem Unfall sei dabei ein besonderer Mehrwert der Gesetzesänderung, stellte Klaus-Peter Grote heraus.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Dirk Hahne zeigte sich über die funktionierende Einheit der TEL erfreut und stellte fest, dass die zunehmende Verzahnung mit dem Fernmeldezug unerlässlich sei. Die steigenden Anforderungen an die zu nutzende Technik erfordern ein breiteres Aufstellen, was durch Konzepte schon vor 7 Jahren eingeleitet wurde. Dass diese noch immer funktionieren, zeigten die letzten Einsätze in Nienstädt und Hülshagen.

Zum Abschluss kündigte der Leiter der TEL Bernd Zimmermann den zeitnahen Dienstplan für 2019 an, in dem auch weiterhin der noch relativ neue Einsatzleitwagen 2 einen hohen Stellenwert finden werde.

Text/Bild: Kreisfeuerwehr Schaumburg