Erfolgreich den Feuerwehrführerschein erworben

Durch die damalige Umstellung der Führerscheinklassen im Jahre 1999 gab es für viele Feuerwehren ein Problem, den die Nachwuchsfahrer welche nach der Umstellung Ihren Führerschein machten konnten die Einsatzfahrzeuge aufgrund der Gewichtsbeschränkung nicht mehr bewegen.

Damals durften die Einsatzkräfte mit dem Führerscheinklasse 3 die Fahrzeuge bis 7,5to ohne Probleme bewegen, dies bedeutete für die Feuerwehren das in den kleineren Ortsfeuerwehren jedes Fahrzeug bewegt werden konnte. Mit der Umstellung auf die Führerscheinklassen B/BE dürfen die Einsatzkräfte nur noch die Fahrzeuge bis 3,5to fahren,dieses ist zufolge das nur noch wenige Fahrer für die Einsatzfahrzeuge zur Verfügung stehen.

Um die Fahrzeuge bewegen zu dürfen müssten die Führerscheinklasse C1/C1E vorhanden sein, diese müsste aus eigener Tasche bezahlt werden, welches bei den Feuerwehren auf Unverständnis stoß.

Durch die Landesregierung wurde das Problem angegangen und eine Sonderregelung im Juni 2011 eingeführt, welches die Einsatzkräfte dazu berechtigt die Einsatzfahrzeuge bis 7,5to zu fahren.

Die Voraussetzung an die Einsatzkräfte sind neben  der erforderlichen Führerscheinklasse B welche mindestens zwei Jahre vorhanden sein muss, auch eine spezielle Ausbildung sowie eine Fahrprüfung nach §2 Fahrerlaubnis, Absatz 10a des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) teilgenommen  und diese erfolgreich bestanden haben.

In der Stadt Bückeburg finden die Ausbildung des „Feuerwehrführerscheins“ zwei bis drei mal im Jahr auf dem Neumarktplatz in Bückeburg durch einen dafür ausgebildeten Ausbilder statt. Als zugelassenes Ausbildungsfahrzeug dient das LF 8 der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt, dieses erfüllt alle Vorgaben nach dem StVG.

Am Karfreitag fand unter dem Ausbilder für den Feuerwehrführerschein Ralf Linke, der erste Feuerwehrführerschein für das Jahr 2018 statt. Ralf Linke der selbst seit Jahrzehnten Feuerwehrmann in Röcke ist und dort auch die Funktion des Stv. Ortsbrandmeisters ausübt, kann seine reichliche Erfahrung in dem fahren von Großfahrzeugen an die Teilnehmer sehr gut weiter reichen. Bereits im Theorie-Teil wird den Teilnehmern klar, dass das Fahren der Großfahrzeuge nicht gerade einfach ist – den das Fahrzeug ist höher, breiter und schwerer als ein normaler PKW.

Im Praxis-Teil wurde den Einsatzkräften das richtige fahren des Fahrzeuges geschult, dabei wurde auf die Masse der Fahrzeuge, auf das fahren im Straßenverkehr sowie auf das Bremsverhalten des Fahrzeuges eingegangen. Hierfür wurden mehrere Aufgaben absolviert, hierbei lernten die Maschinisten schnell über die Handhabung des Fahrzeuges.

Eine Aufgabe war es das Fahrzeug vorwärts einige Meter am Boardstein entlangzufahren, klingt einfach doch der schwere Teil daran war das Fahrzeuge rückwärts ebenfalls genau am Boardstein zurückzufahren. Für die Nachwuchsfahrer wurde die  Aufgabe relativ schnell gelöst.

Anders war es als sie mit der Maße des Fahrzeuges umgehen mussten, mithilfe von Verkehrsleitkegel und Kunststoffstangen wurden Fahrbahnverengung, Parklücken, sowie mehrere Parcours aufgebaut.

Nach kurzem üben konnten auch diese Station von den Teilnehmern erfolgreich gemeistert werden.

Im Anschluss mussten der Fahrer lernen, nur mit Hilfe des Einweisers zu fahren – hierfür wurden die Seitenspiegel eingeklappt um sich nur auf den Einweiser zu Konzentrieren.

Zum Ende des Tages mussten die Teilnehmer eine Fahrprüfung durch die Bückeburger Straßen absolvieren, dabei zeigte sich Ralf Linke sehr zufrieden über die beiden Prüflinge welche am Abend den Feuerwehrführerschein erfolgreich bestanden haben. Nun sind die beiden Teilnehmer aus der Ortsfeuerwehr Bergdorf berechtigt die Einsatzfahrzeuge bis 7,5to fahren zu dürfen, so kann auch das heimische MLF in Ihrer Ortsfeuerwehr gefahren werden.

Text/Bild: M. Gumin, Feuerwehr Bückeburg